2021/05/29 - Lange Arbeitszeiten kosten jährlich Hunderttausende Menschenleben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben nachdrücklich auf die Gefahren der Überarbeitung hingewiesen. Sie sagten, lange Arbeitszeiten verursachen den vorzeitigen Tod von Hundertausenden von Menschen weltweit. Die beiden Organisationen untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Verlust von Lebensjahren und langen Arbeitszeiten. Ihre Ergebnisse waren ernüchternd. Rund drei Viertel Millionen Arbeitnehmer sterben vorzeitig an Schlaganfall und Herzinfarkt, weil sie mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiten. Die meisten dieser Todesfälle ereigneten sich bei Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren. Sie hatten im Alter zwischen 45 und 74 Jahren mindestens 55 Stunden in der Woche gearbeitet. Die Forscher fanden auch heraus, dass 72 Prozent der Todesfälle auf Männer entfielen.

Die WHO-Studie ergab, dass Menschen, die mindestens 55 Stunden pro Woche arbeiten, ein um 42 Prozent erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall und ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko für eine Herzerkrankung haben. Die Forscher*innen analysierten Daten von Belegschaften aus 154 Ländern. Diese wurden von 1970 bis 2018 gesammelt. "Kein Job ist das Risiko eines Schlaganfalls oder einer Herzerkrankung wert. Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen zusammenarbeiten, um sich auf Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer zu einigen", so der WHO-Generaldirektor. Laut WHO sind über neun Prozent der Arbeitnehmer überarbeitet. Die Organisation warnte auch vor einer weiteren Verschlechterung der Lage. Die Pandemie zum Beispiel beschleunigt Entwicklungen, die den Trend zur Arbeitszeitverlängerung verstärken könnten.

https://www.who.int/news/item/17-05-2021-long-working-hours-increasing-deaths-from-heart-disease-and-stroke-who-ilo
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/studie-arbeitszeiten-gesundheit-101.html
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/UN-Studie-fuehrt-745000-Todesfaelle-auf-Ueberarbeitung-zurueck-419699.html
https://www.penso.ch/rubriken/gesundheit/uno-fordern-massnahmen-gegen-%C3%BCberarbeitung/

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