2016/05/09 - Diebstahl von Lebensmitteln kein Verbrechen - in Italien

Der Oberste Gerichtshof Italiens hat in einem Urteil entschieden, dass sich Menschen ohne Geld nicht strafbar machen, wenn sie kleine Mengen von Lebensmitteln in einer Hungersituation stehlen.

Der 34 Jahre alte Ukrainer Roman Ostrajkow ist Obdachloser. Er lebt die meiste Zeit von Almonsen, die ihm Passanten geben. Mal kriegt er mehr, mal weniger und es gibt auch Tage, an denen er nichts bekommt. Er wurde 2011 erwischt, als er in einem Supermarkt Wurst und Käse im Wert von 4,07 Euro klauen wollte. 2015 wurde er zu 6 Monaten Haft und 100 Euro Geldstrafe verurteilt.

Ostrjakow legte Berufung ein und hoffte darauf, dass das Urteil gemildert wird. Zu seiner größten Überraschung wurde er vom Obersten Berufungsgericht Italiens freigesprochen. Für die Richter war erwiesen, dass der Ukrainer aus der Notwendigkeit, seinen Hunger zu stillen, geklaut hat - und nicht aus krimineller Absicht. Zudem handelte es sich um eine vergleichsweise kleine Menge an Lebensmitteln. Die italienische Tageszeitung "La Stampa" kommentierte, es solle "jeden daran erinnern, dass in einem zivilisierten Land auch die schlimmsten Menschen nicht verhundern sollten."

http://www.morgenpost.de/vermischtes/article207530961/Wer-arm-ist-und-Essen-klaut-ist-in-Italien-nicht-kriminell.html
http://www.seniorbook.de/themen/kategorie/politik-und-gesellschaft/artikel/46106/gericht-es-ist-kein-verbrechen-wenn-hungrige-menschen-essen-stehlen
http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/lizenz-zum-stehlen-warum-italiener-jetzt-lebensmittel-klauen-duerfen_H2079014605_271866/
http://www.focus.de/finanzen/recht/richter-gibt-lizenz-zum-stehlen-italiener-duerfen-jetzt-lebensmittel-klauen_id_5502864.html

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