2014/05/19 - 25. Mai - Tag der vermissten Kinder

Etan Patz

Es war der 25. Mai 1979. Etan Patz war 6 Jahre alt und ging wie die anderen Jungen aus seiner Klasse zu Schulbushaltestelle. Etan allerdings zum ersten Mal allein. Die Haltestelle lag zwei Häuserecken entfernt, da wohnten lauter nette Leute und aus dem Fenster sah man die Kinder in der Haltestelle. Da kann doch einem kleinen Jungen nichts passieren. - das dachten dort alle. Was aber geschah, nachdem Etan das Haus verlassen hatte, weiß man bis heute nicht. Als am Nachmittag Etans Mutter in der Schule anrief, erfuhr sie, dass ihr Sohn an diesem Tag nicht in der Schule erschienen war. Die Mutter telefonierte Verwandte, Bekannte und Freund ab - niemand wusste etwas von Etan. Danach rief sie bei der Polizei an und gab eine Vermisstenanzeige auf.

Etan wurde bis heute nicht gefunden. 1983 benannte der US-Präsident Ronald Reagan den 25. Mai im Gedenken an Etan Patz zum Tag der vermissten Kinder.

Jährlich werden weltweit ungefähr 8 Millionen Kinder als vermisst gemeldet. Ein Großteil von ihnen kehrt spätestens nach ein paar Tagen von selbst nach Hause zurück oder wird von der Polizei aufgegriffen. Sie waren von zu Hause ausgerissen, weil sie Konflikte in der Familie oder Stress mit Freunden hatten, mit der Schule nicht klar kamen, oder einfach aus Abenteuerlust.

Vielfach erlitten als vermisst geltende Kinder einen schweren Unfall. Andere wurden Opfer von häuslicher Gewalt, und in einigen Fällen wurden die Kinder aus zerrütteten Ehen von einem Elternteil entführt.

Es gibt aber auch Kinder, von denen seit ihrem Verschwinden jede Spur fehlt. In einer Vielzahl der Fälle werden diese von Kinderhändlern entführt und quasi wie eine Ware verramscht. Sie müssen dann oft als Haussklaven arbeiten, in Straßenimbissen, auf Farmen, in Fabriken, werden zur Prostitution gezwungen, oder im Extremfall werden sie Opfer von Organhändlern Viele der Kinder, die als verschwunden gemeldet werden, sind bereits tot, wenn die Eltern merken, dass ihr Kind nicht nach Hause gekommen ist.

Eltern leiden zeitlebens unter diesem Trauma, oft müssen sie in psychologische Betreuung oder gar in psychiatrische Behandlung. Ihr Leben ist ein tagtägliches Pendeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Bis eines Tages die Gewissheit kommt und damit die Zeit des Trauerns.

Für vermisste Kinder werden in diesem Jahr wieder Abertausende Lichter angezündet - Kerzen der Hoffnung.

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