2019/03/25 - Billigere U-Bahn-Tickets für Frauen

Am Montag, den 18. März konnten Frauen verbilligt Tageskarten bei den Berliner Verkehrsbetrieben kaufen. Tageskarten kosteten nämlich 21 Prozent weniger - aber nur für Frauen. Dies war Teil des Aktionstages zur Entgeltgleichheit (Equal Pay Day). Dieser Tag will Aufmerksamkeit auf die unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern lenken. Er symbolisiert auch, wie viele Tage im Jahr eine Frau mehr arbeiten müsste, um genauso viel zu verdienen wie ein Mann - in Deutschland sind es in diesem Jahr 77 Tage.

Wann dieser Tag in den einzelnen Ländern der Welt stattfindet, hängt von dem jeweiligen Gehaltsunterschied ab. In Deutschland wird der Tag bundesweit mit verschiedenen Aktionen begangen. In der Bundesrepublik verdienen laut Statistischem Bundesamt Frauen 21% weniger als Männer. Deshalb haben die Berliner Verkehrsbetriebe den Preis für ein Tagesticket um 21 Prozent herabgesetzt und es für 5,50 statt 7 Euro verkauft - aber nur für Frauen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe standen voll und ganz hinter dieser Aktion. Sie haben Online-Werbungen gestartet und versprochen, dieses Gefälle zu schließen. "Genderspezifische Einkommenslücke. Klingt doof. Ist doof. Schließen wir." Kritiker dieser Aktion behaupten, dass die verbilligten Tagestickets eher den Touristinnen als den Berlinerinnen helfen, denn letztere sind doch in der Regel mit ihren Monatskarten unterwegs. Darüber hinaus bildeten sich überall lange Schlangen, was zum Chaos an den Schaltern und Automaten führte. Die Verkehrsdirektion warnte die Männer, mit "Frauentickets" im öffentlichen Nahverkehr unterwegs zu sein. Wird ein Mann dabei erwischt, mit dem vergünstigten Fahrschein zu fahren, dann gilt er als Schwarzfahrer und muss eine Strafe in Höhe von 60 Euro bezahlen.

https://www.morgenpost.de/berlin/article216690763/Frauen-fahren-in-Berlin-billiger-U-Bahn-und-Bus.html
https://www.equalpayday.de/startseite/
https://www.sueddeutsche.de/karriere/equal-pay-day-unfaire-bezahlung-1.4371225

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