2018/03/10 - Haushaltsprodukte gefährlicher als Autos

Forscher behaupten, dass wir eine massive Art der Umweltverschmutzung gar nicht bemerken, die sich direkt vor unseren Augen abspielt. Haushaltsprodukte aus dem Alltag wie Zahnpasta, Seife, Parfüm, Deos, Putzmittel, Farben und Möbelpflegeprodukte enthalten flüchtige Inhaltsstoffe, die die Umwelt enorm belasten. Umweltwissenschaftler Brian McDonald und sein Team haben untersucht, in welchem Maße Haushalte zur Umweltbelastung beitragen. Das Ergebnis war überraschend. Haushaltsprodukte sind für eine schlechte Luftqualität genauso verantwortlich wie Autos, Lastwagen und andere Fahrzeuge. "Lotionen, Farben und andere Produkte tragen genauso zur Luftverschmutzung bei wie der Transportsektor", sagt der Leiter der Forschungsgruppe. Erst jetzt, da sich viele Autos mit umweltfreundlicheren Motoren fortbewegen als früher, wurde das erkennbar.

Das Team konzentriert sich bei den Forschungen auf die sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (engl. VOCs). Das sind gasförmige Kohlenstoffverbindungen, die aus allen möglichen Chemieprodukten entweichen, die uns täglich im Haushalt begegnen. Beispielsweise können sie in der Sonne mit anderen Gasen reagieren, sodass Ozon oder kleinste Feinstaubpartikel entstehen. Diese Stoffe gelangen in die Umwelt und dringen auch in unsere Häuser und Wohnungen ein, wo sie die Luft verpesten und Gesundheitsschäden verursachen. Feinstaubpartikel können zum Beispiel die Lungen angreifen. Brian McDonald ist der Meinung, dass die Regierungen die Haushaltsprodukte viel strenger kontrollieren müssten, um unsere Gesundheit vor negativen Umwelteinflüssen zu schützen. Um auf die Größe der Gefahr hinzuweisen, fügte er noch hinzu: "Die Produkte, die ich bei meiner Morgenroutine gebrauche, setzen eine vergleichbare Menge von Schadstoffen frei, wie die aus dem Auspuff meines Autos."

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-02/schadstoffbelastung-feinstaub-gase-chemieprodukte
https://www.jumpradio.de/thema/diese-haushaltsprodukte-verpesten-die-luft-100.html
https://www.nature.com/articles/d41586-018-02132-9

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