2016/05/06 - Venezolanische Regierung führt Zwei-Tage-Woche ein

Die venezolanische Regierung hat drastische Maßnahmen erlassen, um die schwere Energiekrise in den Griff zu bekommen. Für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst gilt eine nur zweitägige Arbeitswoche, nachdem sie bereits seit Anfang April nicht mehr zur Arbeit mussten. So gibt es für die Mehrzahl der 2,8 Millionen Beamten nunmehr drei arbeitsfreie Tage in einer Arbeitswoche. Der Vizepräsident des Landes erklärte in einer Fernsehansprache, dass Staatsbedienstete künftig nur noch montags und dienstags arbeiten müssen. Die Löhne würden aber trotz der stark reduzierten Arbeitswoche weiter gezahlt. Auch Schulen bleiben künftig freitags geschlossen - mindestens bis Mitte Mai.

Schuld an der Energiekrise soll die vom Klimaphänomen El Niño verursachte Dürre sein. Die Wasserstände in den Talsperren des Landes sind extrem gesunken. Die Guri-Region, wo sich das größte Wasserkraftwerk des Landes befindet, gleiche laut Präsident Maduro einer Wüste. Kritiker machen dagegen die marode Infrastruktur, fehlende Investitionen und Korruption als Hauptgrund für die Energiekrise aus.

Es gibt auch weitere tiefe Einschnitte in das Leben der 30 Millionen Venezolaner. Die Einkaufszentrem müssen täglich für vier Stunden ihren Strom selbst mit Generatoren erzeugen. Frauen auf dem Lande wurden aufgefordert, ihre Haare nicht mehr zu föhnen. Darüber hinaus gelten in Venezuela weitere Maßnahmen, um dem Energiemangel vorzubeugen: Landesweit wird vier Stunden täglich der Strom abgeschaltet. Zum Stromsparen soll auch die Uhrzeit vom 1. Mai an um eine halbe Stunden vorgestellt werden, um das Tageslicht besser zu nutzen.

Audiobeitrag von kiraka.de

http://www.handelszeitung.ch/politik/stromkrise-venezuela-fuehrt-zweitagewoche-ein-1063490
http://de.euronews.com/2016/04/27/venezuela-fuehrt-zwei-tage-woche-ein/
http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-04/venezuela-proteste-pluenderungen-festnahmen-kuerzung-arbeitswoche-staatsangestelle
http://www.n-tv.de/politik/Beamte-duerfen-nur-zwei-Tage-arbeiten-article17562891.html

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